«Der weisse Hengst» (1952) und «Der rote Ballon» (1956) wurden von Albert Lamorisse im Abstand von vier Jahren gedreht. Es sind zwei Werke, die Generationen von Kindern zum Träumen gebracht haben. Die bis heute anhaltende Poesie beweist, dass das Alter von Filmen nichts mit ihrer Qualität zu tun hat.
Die beiden Filme stellen das Doppelprogramm zum Träumen dar und zeigen, dass zwei scheinbar sehr unterschiedliche Filme, dieselbe Geschichte erzählen können. Auf einfache und doch leidenschaftliche Art sensibilisieren sie die Kinder für den Begriff der Erzählung.
Durch die Abenteuer der beiden Waisenkinder, die sich beide einen besonderen Freund suchen, behandeln die Filme das Thema der Eifersucht. Willensstark, freundlich und intelligent wie sie sind, überkommen die Kinder ihre Gier ohne nervös zu werden. Dies ist für die Kinder, die sich mit ihnen identifizieren äusserst lehrreich.
«Der weisse Hengst» und «Der rote Ballon» sind eine Hommage an die Freundschaft. Sie zeigen, dass man nicht nur wissen muss, wie man seinen Freunden helfen kann, sondern dass man ihnen auch vertrauen muss.
Die beiden Filme, von denen der «Der weisse Hengst» in der Camargue und «Der rote Ballon» in Paris gedreht worden ist, sind von grossem dokumentarischen Wert. Das Leben der Kinder in den 50er-Jahren zu entdecken, stellt für das heutige Zauberlaterne Publikum eine grosse Bereicherung dar.
«Der weisse Hengst» ist ein Schwarzweissfilm, «Der rote Ballon» ein Farbfilm, was ausgesprochen gut zum jeweiligen Film passt. Dies ermöglicht es, die Kinder darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig die Übereinstimmung zwischen Bild und Sujet ist.